EWIGE STADT ROM

Ein persönlicher Reiseführer

Sehenswertes

VON DER PYRAMIDE AUF DEN AVENTIN

Der Aventin (lat.: Mons Aventinus, it.: Monte Aventino) ist der südlichste der sieben klassischen Hügel Roms und besteht eigentlich aus zwei Hügeln. Der eigentliche Aventin grenzt im Südwesten an das heutige Testaccio-Viertel, im Nordwesten an den Tiber und im Nordosten an den Circus Maximus, während der Aventino minore (der kleine Aventin) im Südosten jenseits des Viale Aventino liegt und sich bis zu den Caracalla-Thermen erstreckt.
Ursprünglich war der Aventin der Wohnort des Volkes (plebs), also der einfachen Bürger, und der Ausländer während auf dem ihm gegenüberliegenden Palatin die Oberschicht wohnte. In der Kaiserzeit zogen diese dann ebenfalls auf den Aventin und verdrängten das Volk langsam in umliegende Gebiete und auf die andere Tiberseite (das heutige Trastevere). Heute befindet sich auf dem Aventin wieder ein elegantes Wohnviertel; das "Volk" kann sich hier weder Mieten noch Eigentum leisten. 
Remus wurde angeblich, nachdem er von seinem Bruder Romulus getötet wurde, auf dem Aventin begraben.

In römischen Zeiten befand sich auf dem Aventin der Tempel der Luna, welcher im Brand von 64 (genau jener angeblich von Nero gelegte) zerstört und anscheinend nicht wieder aufgebaut wurde.
Heute ist der Hügel vor allem für Kirche Santa Sabina bekannt, sowie für seinen schönen Orangengarten und das Schlüsselloch im Tor zum Sitz des Malteserordens, durch welches man die Kuppel des Petersdoms erblicken kann. Auf dem "kleinen Aventin" befindet sich die Kirche San Saba.

Der Spaziergang führt zu folgenden Sehenswürdigkeiten:
Cestius-Pyramide Santa Sabina
Protestantischer Friedhof Orangengarten
Santa Maria del Prioriato



Der Spaziergang beginnt außerhalb der Metrostation Piramide (Linie B), wo sich das Stadttor Porta S. Paolo und links davon die Cestius-Pyramide befinden.

Cestius-Pyramide (Piramide di Gaio Cestio)

Piramide Piramide Piramide

  Quelle: Discover Rome

   
Nein, diese Fotos wurde nicht in Ägypten aufgenommen: Die Cestius-Pyramide stellt "nur" ein weiteres, wenn auch für Rom eher außergewöhnliches Grabmal dar, das des Gaius Cestius, der u.a. Volkstribun im 1. Jahrhundert vor Christus war. Er wurde im Jahr 12 v.Chr. in der Pyramide bestattet. Sie hat eine Grundfläche von 22 x 22 Metern und ist 27 m hoch. Angeblich war die Spitze einst mit Gold überzogen. Die Pyramide wurde in späteren Jahrhunderten in die Aurelianische Mauer einbezogen, was man auf den Fotos gut erkennen kann.

  Adresse: Piazzale Ostiense
Verkehrsmittel: Metro B Haltestelle Piramide, Straßenbahnlinie 3



Geht man von der Pyramide aus links an der Porta S. Paolo vorbei in die Via Marmorata und dann sofort wieder in die Via Caio Cestio, so kommt man nach knapp 100 Metern zum Eingang zum Protestantischen Friedhof Roms.

Protestantischer Friedhof am Testaccio (Cimitero Acattolico degli Stranieri di Roma)

Piramide Piramide Piramide

  Quelle: Discover Rome

   
Obwohl mir die Existenz des Friedhofes bekannt war, bin ich nur durch Zufall hingekommen. Und beeindruckt von diesem "unrömischen" Fleckchen der Ewigen Stadt.

Während man durch das Eingangsportal schreitet, tritt man in eine andere Welt ein. Das "Draußen" dringt nur noch durch den Lärm - Hupen, Sirenen, Produktionslärm der angrenzenden Gewerbebetriebe - hinein. Die Gedanken ändern sich schlagartig, man wird ruhiger, besonnener, denkt an die Vergangenheit - kein Wunder, denn man ist ja von Toten umgeben. Es ist angenehm, zwischen den Gräbern herumzustreifen, zu entdecken, wer hier alles begraben ist. Dichter, Journalisten, Prinzen, aller Nationen. Und entsprechend abwechslungsreich sind die Grabsteine, wie auch die auf ihnen eingehauenen Widmungen.
Der Friedhof ist sehr grün, mit alten Bäumen bestanden. Fast ein Wald, in welchem sich dicht gedrängte Grabsteine und Gräber befinden. Die bekanntesten und meistbesuchten Gräber sind wohl das von August Goethe, der Sohn des deutschen Dichters ist nur als solcher auf dem Grabstein verewigt (Goethe filius - Sohn Goethes) und die Gräber der britischen Dichter Keats und Shelley. Aber auch Antonio Gramsci, berühmter italienischer Kommunist, liegt hier begraben.
Vom Friedhof aus kann man auch das eindruckvollste Grabmal in Ruhe anschauen: die Pyramide. Sie gehört natürlich nicht zum eigentlichen Friedhof, ist  aber von diesem aus gut zu besichtigen.
Das sicherlich berührendste Grabmal ist aber jenes, auf welchem sich ein riesiger Engel, von Schmerz und Trauer überwältigt, über das Grab einer jungen Dame wirft.


  Adresse: Via Caio Cestio 6
Öffnungszeiten: Mo - Sa 9.00 - 17.00 Uhr, So geschlossen, Eintritt frei
Verkehrsmittel: Metro B Haltestelle Piramide, Straßenbahnlinie 3
Link: www.protestantcemetery.it



Wenn man aus dem Friedhof heraustritt, muss man sich erst wieder einen Moment an die lärmende Stadt gewöhnen, zurück in die Realität finden.
Es geht zurück auf die Via Marmorata, dort am modernen Postgebäude vorbei bis sich rechterhand ein kleiner Platz öffnet. Von diesem geht die Via Asinio Pollione ab, geht kurz darauf in die Via di Porta Lavernale über und steigt auf den Aventin hinauf. An ihrem Ende befindet sich die Piazza dei Cavalieri di Malta, von wo aus man den Zugang zur Kirche Santa Maria del Prioriato findet.
Ist der Zugang verwehrt, so kann man durch das Schlüsselloch des Tores den spektakulären Blick auf die Kuppel des Petersdoms genießen.
Rechts geht vom Platz die Via di Santa Sabina ab, welche zur gleichnamigen Basilika der Heiligen Sabina und zum Giardino degli Aranci (dem Orangengarten, welcher eigentlich Parco Savello heißt) führt. Von dort geht es dann wieder vom Hügel hinab, in Richtung Circus Maximus und/oder zur Kirche Santa Maria in Cosmedin.
   

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